Entstehungsgeschichte: Gedanken eines einsamen IT-Brewers

Es ist ein einsamer Dienstag Abend im Februar. Während ich diese Zeilen tippe sitze ich an meinem hölzernen Schreibtisch irgendwo in Düsseldorf . Es herrscht absolute Stille, man hört lediglich das klappern meines hochmodernen Schreibgerätes. Während ich meine elektrische Post – à la mode auch E-Mail genannt – beantworte, kommen mir wehmütige Gedanken. Gedanken an ein scheinbar vergangenes Zeitalter. Gedanken an Freude und Tanz und Schabernack. Aber beginnen wir chronologisch …

Im Jahre 20 des 3. Millenniums wurde eine bis dahin unbekannte Krankheit durch Reisende aus fernen Ländern eingeschleppt. Die Seuche befiel rasch sämtliche Kontinente und entvölkerte ganze Partymeilen.

Ähnlich wie zur Zeiten der Pest – die Älteren unter uns werden sich erinnern – erwies sich Isolation als der größte Schutz. So auch in der IT-Brewery. In unseren Gemäuern nahe des Rheines wurde es rasch stiller als sonst. Wo einst während der Arbeit allerlei Schabernack getrieben wurde, orientierte man sich nun in Sachen Pestilenzbekämpfung an den mittelalterlichen Erfahrungen der Mönche: die Reduktion allen tätigen Seins auf Ora et Labora. Beten und arbeiten. Wir beteten in unserer Einsamkeit, dass die Fürstin Angela M. in all ihrer Weisheit bald die Normalität verkünden würde. Solange arbeiteten wir mit Minimalbesetzung und vor allem einsam und allein im Homeoffice.

Diese Situation hält bis heute – Anno 2021 – an. Wir beten weiter. Und genau in dieser Situation befallen mich die oben erwähnten Gedanken. Sie tanzen wie graue Schatten durch meinen Kopf… Meine einzige, leuchtende Lanze im Kampfe gegen dieses dunkle Selbst sind die goldenen Erinnerungen an vergangene Tage:

Ach welch wunderbare Zeiten das doch waren! Als wir uns Morgens an der Kaffeemaschine drängelten. Als wir im Büro über die neuen Gewänder der Kollegin gelacht haben. Als der Chef Weisheiten von sich gab, die selbst Konfuzius altaussehen lassen. Als man über Lapalien stritt, als würde davon das Geschick der Nation abhängig sein. All diese bunten Erinnerungen! Oh Weh! In stiller Hoffnung, dass diese fröhlichen Zeiten als bald zurückkehren, sollen auf dieser Seite nun die amüsantesten Begebenheiten erzählt werden. Mal sind es philosophische Weisheiten des Chefs, mal sind es Szenen aus dem alltäglichen Treiben vor der großen Katastrophe. Aber seht selbst. Auf das auch euch dabei helle Gedanken und Hoffnung kommen!

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Norman vs Konfuzius – Duell der Denker

Es ist nicht bekannt ob Konfuzius Norman kannte. Fest steht aber, dass beide unabhängig von einander Aphorismen und Weisheiten entwickelten. Dabei fällt auf, dass Konfuzius oft den richtigen Riecher hatte, die Sache aber nicht ganz so gut durchschaute wie Norman. Aber seht selbst.

Lektion 1: über Mut und Tapferkeit im Angesicht des Zufalls.

 ‚‚Ein Weg entsteht, wenn man ihn geht.”

                                                              -Konfuzius

Konfuzius vergisst hier aber ganz klar die Rolle des Zufalls und unterstreicht zu wenig, dass man Vieles ausprobieren muss. Er hätte sagen sollen, dass man viele Wege gehen muss.

‚‚Der Teufel ist ein Eichhörnchen.”

                                                            – Norman

Durch die Animalisierung des Teufels wird klar, dass der Zufall für Menschen irrational ist. Wir können ihn nur erwischen, indem wir ausprobieren und mutig sind.

Lektion 2: über die Fähigkeit, Dinge nicht schwieriger zu machen als Sie sind.

 ‚‚Das Leben ist einfach, aber wir bestehen darauf, es kompliziert zu machen.”

                                                                 – Konfuzius

Wer kennt es nicht? Eigentlich ist alles bereits perfekt geplant. Aber irgendwer will unbedingt ein weiteres, unnötiges Element hinzufügen. Und genau dieses Element zerstört dann das Ganze. Sei es die extrem Schlechte Band auf der Hochzeit, für die sowieso schon ein super DJ gebucht ist. Oder die letzte und nichtssagende Powerpointfolie, die eigentlich nur dem Ego dient und letztendlich alles zerstört. Genau auf solchen Schnickschnack sollte man verzichten.

‚‚Das ist Schmuck am Nachthemd.”

                                                            – Norman

Auch Norman hat diese Weisheit erkannt. Schmuck am Nachthemd drückt hier die Unnötigkeit aus. Da Norman aber auch noch die Kostenfrage – symbolisiert durch Schmuck – zusätzlichen Schnickschnacks betont, geht auch der Punkt an Norman. 2 – 0.

Lektion 3: über den Kampfgeist in schwieriger Lage

 ‚‚Es ist besser, ein einziges kleines Licht anzuzünden, als die Dunkelheit zu verfluchen.”

                                                                 – Konfuzius

Wenn das Leben leicht ist, ist die Motivation hoch. Doch wahrer Charakter beweißt sich im Angesicht des Abgrunds. Dabei kommt es vor allem auf den Fokus an: selbst wenn Pandemie ist, kann man sich auf die Möglichkeiten fokussieren. Genau das meint Konfuzius: selbst in schwierigster Lage die Motivation hochhalten, indem man sich auf die Möglichkeiten fokussiert.

‚‚Die Lage ist ernst, aber nicht hoffnungslos.”

                                                            – Norman

Norman sieht das ähnlich. Selbst wenn die Lage ernst ist, gibt es immer einen Hoffnungsschimmer. Diesmal geht der Punkt allerdings an Konfuzius, da Norman vergisst zu unterstreichen, dass es auch Möglichkeiten gibt. Indirekt drückt er dies zwar aus, aber es fehlt der proaktive Moment.

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