Die Modebranche: der Sündenfall der Wirtschaft?

Kaum eine Branche hat in den letzten Jahren mehr negative Schlagzeilen eingefahren als die Modebranche. Fast Fashion hat für viele heute einen negativen Beigeschmack. Schnell kommt eine ganze Reihe an negativen Assoziationen: Klimawandel. Kinderarbeit. Wegwerfkultur. Magermodels. Schönheitswahn. Kein Wunder, das Konsumenten immer mehr Transparenz fordern. Dabei ermöglicht die Modeindustrie uns vieles. Mode ist Ausdruck der Persönlichkeit. Sie signalisiert Zugehörigkeit zu gewissen Gruppen. Sie spendet Schönheit und Selbstbewusstsein. Kein Wunder, das immer noch viel Geld für Klamotten ausgegeben wird. Aber: Die Luft wird dünner. Trends wie Second-Hand und Öko-Labels sind auf dem Vormarsch. Wie kann also die Zukunft in der Modebranche aussehen?

Der Druck steigt

Auch wenn – oder gerade weil – die Modebranche im Vergleich zu anderen Wirtschaftszweigen eher so Steinzeit ist, gibt es dort noch viel Potential. Wobei Potential hier auch mit Wettbewerbsdruck übersetzt werden kann. Die Konsumenten erwarten immer mehr: Sie wollen Transparenz, on-Demand Verfügbarkeit und Innovationen. Sie wollen Teil des Markenerlebnisses sein. Gleichzeitig soll der ökologische Fußabdruck nicht zu groß werden und Niemand entlang der Wertschöpfungskette ausgebeutet werden. Doch geht das alles zusammen? Oder beginnt in der Modeindustrie bald das große Sterben?

Fragen Sie ihren Arzt oder Digitalberater

Die gute Nachricht: die Digitalisierung kann diese Konflikte entschärfen. Die schlechte Nachricht: Wer nicht mit macht, macht irgendwann gar nicht mehr mit (Lay 2018).

Auf der Produktionsseite ermöglicht die Digitalisierung zum Beispiel Mode On-Demand. Heißt: Ein Kleidungsstück wird es dann produziert, wenn es bestellt wird (Hughes 2020). Gut, das mag sich in nächster Zeit vielleicht nur für Kleidungsstücke aus höheren Preissegmenten lohnen. Und für den stationären Handel ist dieses Model auch keine Lösung. Aber: Generell gilt, das sich durch Big Data und Data Analytics – also durch das Generieren und Auswerten großer Datenmengen – Konsumentenverhalten immer besser prognostizieren lässt. Gleichzeitig können (Mode-) Unternehmen ihre Produktion durch intelligente Vernetzung immer agiler gestalten. So verringern sich die Kosten für Unternehmen und Umwelt, die durch Überproduktion anfallen.

Und auf der Konsumentenseite? Das erfahrt ihr in unserem Artikel über den Trend zum Digitalen in der Modebranche.

Quellen:

 

Hughes, Huw (2020): Wie die Modebranche auf digital umstellt: Kleidung, Modenschauen und Produktion. In: Fashionunited, 01.07.2020. Online verfügbar unter https://fashionunited.de/nachrichten/mode/wie-die-modebranche-auf-digital-umstellt-kleidung-modenschauen-und-produktion/2020070136175, zuletzt geprüft am 28.01.2021.

Lay, Roger (2018): Digital transformation in the fashion industry. Hg. v. Deloitte Schweiz. Online verfügbar unter https://www2.deloitte.com/ch/de/pages/consumer-industrial-products/articles/ultimate-challenge-fashion-industry-digital-age.html, zuletzt aktualisiert am 09.08.2018, zuletzt geprüft am 23.01.2020.

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